Lach mal wieder!
Meint und schrieb Amadeus Gegenklang (Heft II/03)
„ Mensch, Gegenklang, deine letzten Glossen waren immer so böse,“ schrieb eine Leserin, der die lustigen Sachen („Weißt du noch die Trappatoni-Geschichte?“) immer so gut getan hatten.
Na gut, denke ich. Und lege der geneigten Leserschaft hier zwölf abgeschlossene Kurzmärchen aus Deutschland vor. Sie entstammen der Sammlung „1001 Märchen aus der Nacht“ und dort dem Band 7 „Musik kann man nicht lernen“. Voilà!
Es war einmal eine junge, hübsche, gut ausgebildete, nette Musiklehrerin. Die war gerade eingestellt worden.
Es war einmal eine Satellitenschüssel. Die verliebte sich unsterblich in eine Zimmerantenne. Beim Musikantenstadl verstrickten sich beide in ein Kabel und verschwanden im weißen Rauschen: Living Room Music.
Es waren einmal zwölf kleine Sekunden, die bauten sich zu einer Oktave auf, bis eines herunter fiel und sie sich dadurch dauerhaft septimisierten.
Es waren einmal 35 aufmerksame, wissbegierige und lernfähige Hauptschüler. Die waren in einer Klasse.
Es war einmal ein Fischer, der bat so lange Gott ihm zu helfen, bis der ihm den Namen gab, den er verdiente: Gotthilf. Daraufhin sangen alle Menschen, alle, aber nur daraufhin.
Es war einmal ein Guglhupf, der konnte Breakdance.
Es war einmal ein kluger Schulsenator, der konnte Bildung ohne Geld.
Es war einmal eine musikalische Wollmilchsau, die liebte Karl Moik und konnte auch Bildung, aber nur für Geld.
Es war einmal eine Lehrerin, die hieß Mary Poppins. Als sie merkte, dass sie die Kinder nicht mehr an die Decke lachen konnte, ging sie zur Fortbildung und half anschließend den Kolleginnen, so schnell wie möglich durch den Schornstein zu verschwinden.
Es war einmal ein Lachsack. Der hatte 20 Rhythmen drauf und davon war keiner von Karl Moik.
Es war einmal ein wunderschöner Saal mit vielen Instrumenten aller Arten darinnen. Sie waren edel und intakt und Schuluntericht fand dort statt mit ihnen und jeder wusste, dass das gut war.
Es war einmal vor langer, langer Zeit, da war alles besser und auch schöner.
... und wer auch nur ein Körnchen Wahrheit findet, der tue es gleiuch ins Töpfchen.





